Entwicklung · · 2 Min. Lesezeit · Quelle: Bank of England

Bank of England: KI bringt 0,5 % Produktivität. Der Rest ist Hoffnung

Die Bank of England hat nachgerechnet, was KI britischen Firmen bisher gebracht hat. Ergebnis: rund 0,5 % mehr Produktivität in drei Jahren. Und der große Sprung, den die Firmen erwarten, kommt zur Hälfte daher, dass sie weniger Leute einstellen.

Manfred „Luigi“ LugmayrVon Manfred „Luigi“ Lugmayr

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Erfundener Ökonom mit skeptisch hochgezogener Augenbraue vor einem kleinen leuchtenden Balkendiagramm, rotes und türkises Licht (KI-Bild)
Symbolbild

Kennst du die Folie? „Mit KI 40 % produktiver.“ Steht in gefühlt jedem Vendor-Deck. Jetzt hat eine Zentralbank nachgezählt. Für eine ganze Volkswirtschaft.

Die Zahl ist kleiner. Viel kleiner.

Was die Bank of England schreibt

Im Monetary Policy Report vom 5. November (Box D) stehen diese Punkte:

  • Firmen im Decision Maker Panel, einer regelmäßigen Umfrage der Bank, schätzen: KI hat ihre Produktivität in den letzten drei Jahren um rund 0,5 % erhöht. Das entspricht etwa 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten Produktivitätswachstum pro Jahr seit Anfang 2024.
  • Auf die Beschäftigung insgesamt hatte KI bisher nahezu keinen Effekt.
  • Für die nächsten drei Jahre erwarten die Firmen etwa 0,9 Prozentpunkte mehr Produktivitätswachstum pro Jahr. Ungefähr zur Hälfte durch langsameres Beschäftigungswachstum, zur Hälfte durch mehr Output.
  • Neue KI-Aktivität macht knapp ein Fünftel des britischen Wachstums seit Anfang 2026 aus. Aber vor allem durch Entwicklung und Einführung von KI, nicht durch breite Produktivitätsgewinne.
  • Der jüngste Produktivitätsschub ist laut Bank überwiegend zyklisch, also eher Nachwirkung der Pandemie und höherer Lohnkosten als KI.

Das Geld verdienen die Schaufelverkäufer

Was ich daran spannend finde: Das Wachstum durch KI ist real. Es landet nur woanders als in den Folien. Wer KI baut, Rechenzentren hochzieht und Systeme einführt, wächst. Wer KI nutzt, sieht bisher wenig im Ergebnis. Klassischer Goldrausch.

Und noch ein Detail, das gern überlesen wird: Die 0,5 % sind eine Selbsteinschätzung der Firmen. Keine Messung. Wenn schon die eigene Schätzung so niedrig ist, sagt das viel.

Der Haken: Produktivität heißt hier „weniger einstellen“

Der Second-Order-Punkt steckt in der Prognose. Die Hälfte des erwarteten Gewinns soll aus langsamerem Beschäftigungswachstum kommen. Heißt: keine großen Entlassungswellen, sondern Stellen, die nicht nachbesetzt werden. Und Junior-Jobs, die nie ausgeschrieben werden.

Für Marketing-Teams ist das aus meiner Sicht die eigentliche Frage. Wenn die KI die Arbeit von Einsteigern übernimmt, wo kommen in fünf Jahren die Senior-Leute her? Wer nur auf Kosten optimiert, spart heute das Gehalt und zahlt morgen mit fehlendem Nachwuchs.

Was ich jetzt tun würde

  • Vorher messen, nicht hinterher schätzen. Für jeden KI-Use-Case eine Zahl festlegen: Stunden pro Kampagne, Zeit bis zur Freigabe, Kosten pro Asset. Sonst landest du bei einer Selbsteinschätzung wie die Firmen in der Umfrage.
  • Output-Ziel statt Kostenziel. Frag nicht nur „Wie viele Stunden sparen wir?“, sondern „Was machen wir mit den Stunden?“ Mehr Tests, mehr Kanäle, bessere Creatives.
  • Den Nachwuchs bewusst planen. Eine Junior-Stelle, die mit KI arbeitet, ist eine Investition in das Team von 2030.

Bottom Line: KI macht bisher vor allem die reich, die sie verkaufen. Ob sie dich produktiver macht, merkst du nur, wenn du es misst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Firmen im Decision Maker Panel der Bank of England schätzen, dass KI ihre Produktivität in drei Jahren um rund 0,5 % erhöht hat (Bericht vom 5.11.2026).
  • Für die nächsten drei Jahre erwarten sie rund 0,9 Prozentpunkte mehr Produktivitätswachstum pro Jahr, etwa zur Hälfte durch langsameres Beschäftigungswachstum.
  • Neue KI-Aktivität macht laut Bank knapp ein Fünftel des britischen Wachstums seit Anfang 2026 aus, vor allem durch Entwicklung und Einführung von KI.
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Quelle

Bank of England: Monetary Policy Report – November 2026 (Box D)

Weitere Quellen

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben. Verantwortlich: Luigi Lugmayr.

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