Entwicklung · · Quelle: Gizmodo
Vor der US-Wahl: ChatGPT macht aus Wahl-Fakes Cartoons
Kurz vor den US-Zwischenwahlen am 3. November 2026 hat OpenAI eine neue Regel für ChatGPT eingeführt: Bilder, die Wahlbetrug zeigen oder vom Wählen abhalten sollen, entstehen nur noch als Cartoon – nicht mehr fotorealistisch. Unabhängige Tests zeigen Lücken.

Was OpenAI geändert hat
OpenAI hat seinen Beitrag zu Schutzmaßnahmen rund um die US-Wahlen in der vergangenen Woche ergänzt. Neu: Bildanfragen, die Wahlmanipulation darstellen oder Menschen vom Wählen abhalten könnten, werden „cartoonisiert“. Ziel ist, dass solche Bilder nicht mit echten Belegfotos verwechselt werden. Illustrationen und politische Kommentare sollen weiter möglich bleiben.
Wie gut es funktioniert
Die Ergebnisse unabhängiger Tests sind gemischt:
- Das Brennan Center bescheinigt OpenAI deutlich verbesserte Schutzmaßnahmen – im Vergleich zu Google Gemini und Meta AI, bei denen sich Fälschungen leichter erzeugen ließen.
- NewsGuard ließ ChatGPT Images 2.5 mit 20 Anfragen kompromittierende Bilder von Kandidatinnen und Kandidaten erzeugen. In 16 Fällen (80 %) lieferte das Tool ein Bild, 3 Anfragen wurden abgelehnt. Diese Fälle deckt die neue Cartoon-Regel nicht ab.
- Gizmodo bat nach einem Cartoon um eine fotorealistische Version und bekam sie. Ein Test von CNET wurde dagegen abgelehnt.
OpenAI beschreibt das Ziel selbst als zusätzliche „Reibung“ für Missbrauch – nicht als vollständigen Schutz.
Was das für dich bedeutet
- KI-Anbieter regeln zunehmend, welche Bilder fotorealistisch entstehen dürfen. Das kann auch Werbe- und Social-Media-Motive betreffen.
- Kein Filter ist lückenlos: Für Fakes bleibt am Ende der Mensch verantwortlich, der das Bild veröffentlicht.
- Wer KI-Bilder im Marketing nutzt, sollte sie klar kennzeichnen und nie echte Personen in erfundene Situationen setzen.

Luigis Einordnung
Ich nutze selbst KI-Bilder – auch auf dieser Seite – und kennzeichne das. Genau deshalb finde ich die Debatte wichtig: Das Problem sind nicht KI-Bilder, sondern Bilder, die vorgeben, etwas Echtes zu zeigen.
Für Marketing im DACH-Raum leite ich daraus eine einfache Regel ab: KI darf Stimmungen, Symbole und Szenen erzeugen, aber keine Beweise. Keine erkennbaren echten Personen, keine „Fotos“ von Ereignissen, die nicht stattgefunden haben, und ein klarer Hinweis, wo KI im Spiel ist. Wer das von Anfang an so hält, muss sich über neue Filter der Anbieter wenig Gedanken machen – und gewinnt Vertrauen bei einem Publikum, das zu Recht skeptisch ist.
Quelle
Gizmodo: ChatGPT's Election-Related Anti-Deepfake Measures Are Intriguing, but Incomplete
Weitere Quellen
- NewsGuard – Test von ChatGPT Images 2.5 mit 20 Kandidaten-Prompts
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben. Verantwortlich: Luigi Lugmayr.


