Unternehmen · · 2 Min. Lesezeit · Quelle: Bloomberg
Goldman Sachs: KI-Coding-Tools nur noch für Entwickler
Goldman Sachs hat den Zugang zu fortgeschrittenen KI-Coding-Tools wie Claude Code für die meisten Beschäftigten gestrichen, wie Bloomberg am 2. November 2026 berichtete. Nutzen dürfen sie nur noch Entwicklerinnen und Entwickler.

Das Wichtigste in Kürze
- Bloomberg berichtete am 2. November 2026, dass Goldman Sachs KI-Coding-Tools wie Claude Code auf Entwickler beschränkt.
- Betroffen sind vor allem Händler und Banker; die internen Vorgaben stammen aus dem Oktober.
- Die Bank nennt Produktivität und Risikomanagement als Gründe und erklärt die Testphase für beendet.
Was sich bei Goldman ändert
Laut Bloomberg gehen die Einschränkungen auf interne Vorgaben aus dem Oktober zurück. Betroffen sind vor allem Händler und Banker. Sie hatten Werkzeuge wie Claude Code von Anthropic und KI-Tools von GitHub über Monate genutzt, etwa um Handelsströme zu beobachten oder Inhalte zu erstellen. Jetzt bleibt der Zugang den Engineering-Teams vorbehalten. Intern sorgt das laut Bericht für Frust.
Die Begründung
Ein Sprecher der Bank nannte mehrere Gründe, darunter Produktivität und Risikomanagement. Die Phase des Ausprobierens sei vorbei, der Zugang gehe nun an die Leute, die die Werkzeuge langfristig am besten nutzen können. Genauer wurde die Bank nicht.
Bemerkenswert ist der Kurswechsel: Noch im Juli hatte der IT-Chef der Bank gelobt, dass auch Fachleute ohne Programmierkenntnisse per KI kleine Programme bauen. Der Plan war damals: Fachabteilung baut einen Prototyp, Entwickler machen ihn produktionsreif. Dieser Weg gilt laut Bericht nicht mehr.
Nicht der erste Schritt dieser Art
Schon im April hatte Goldman Beschäftigten in Hongkong den Zugang zu Claude gesperrt. Damals ging es nach Berichten von Reuters und Bloomberg um Datensicherheit und Vertragsfragen in dieser Region. Der neue Schritt ist anders: Er betrifft nicht einen Standort, sondern die Frage, wer im Unternehmen überhaupt Software mit KI bauen soll.
Für andere Firmen ist das ein Signal. Viele Unternehmen haben KI-Werkzeuge zuerst breit verteilt, um zu sehen, was passiert. Jetzt folgt bei manchen die Phase, in der sie Regeln, Zuständigkeiten und Kosten ordnen.
Was das für dich bedeutet
- Große Unternehmen gehen von „alle dürfen ausprobieren“ zu klaren Regeln, wer welches KI-Werkzeug nutzt.
- Selbst gebaute Mini-Programme aus Fachabteilungen werden zum Risiko-Thema: Wer wartet sie, wer haftet?
- Für Beschäftigte heißt das: Was heute erlaubt ist, kann morgen per interner Richtlinie wieder weg sein.
So nutzt du das
Schreib für dein Team eine kurze Regel auf: Welche KI-Ergebnisse dürfen Fachleute selbst nutzen, und ab wann muss jemand mit Technik-Verantwortung prüfen? Eine halbe Seite reicht für den Anfang.

Luigis Einordnung
Ich halte den Schritt nicht für eine Absage an KI, sondern für das, was nach jeder großen Testphase kommt: Aufräumen. Wenn Händler eigene kleine Programme bauen, entstehen schnell Werkzeuge, die niemand prüft und niemand pflegt. Eine Bank kann sich das schlechter leisten als andere. Schade ist trotzdem, dass dabei auch viel Wissen aus den Fachabteilungen verloren geht.
Mein Rat für Unternehmen: Verbiete nicht pauschal, sondern lege fest, was Fachleute selbst bauen dürfen (Auswertungen, Entwürfe, Prototypen) und ab wann ein Entwickler übernehmen muss (alles, was Kundendaten anfasst oder dauerhaft läuft). Diese Grenze sollte einmal schriftlich stehen, bevor die ersten Probleme auftauchen.
Quelle
Bloomberg: Goldman restricts traders and bankers from using some AI tools
Weitere Quellen
- The Decoder – Zusammenfassung des Bloomberg-Berichts mit Stellungnahme von Goldman Sachs
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben. Verantwortlich: Luigi Lugmayr.


