Entwicklung · · 2 Min. Lesezeit · Quelle: Greenpeace / Öko-Institut
Rechenzentren in Deutschland: Wasserbedarf könnte sich bis 2030 verdoppeln
Deutsche Rechenzentren haben 2025 laut einer neuen Kurzstudie des Öko-Instituts rund 13 Milliarden Liter Wasser für die Kühlung verbraucht. Durch den KI-Ausbau könnte der Bedarf bis 2030 auf bis zu 27 Milliarden Liter pro Jahr steigen, so die im Auftrag von Greenpeace erstellte Auswertung.
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Das Wichtigste in Kürze
- Deutsche Rechenzentren verbrauchten 2025 laut Öko-Institut rund 13 Milliarden Liter Kühlwasser.
- Bis 2030 könnte der Bedarf auf bis zu 27 Milliarden Liter pro Jahr steigen; rund 30 Großprojekte ab 100 MW sind geplant.
- Nur 139 von 319 veröffentlichten Betreiberangaben waren laut Studie plausibel; Bitkom widerspricht Teilen der Rechnung.
Die wichtigsten Zahlen
Das Öko-Institut hat für die Studie die Daten aus dem nationalen Rechenzentrumsregister ausgewertet. Die Ergebnisse im Überblick:
- 13 Milliarden Liter Kühlwasser im Jahr 2025 – grob so viel, wie der Berliner Wannsee fasst.
- Bis zu 27 Milliarden Liter pro Jahr könnten es 2030 werden, weil der IT-Stromverbrauch der Rechenzentren laut Studie von 19 auf mindestens 55 Terawattstunden wachsen soll.
- 0,67 Liter pro Kilowattstunde IT-Strom beträgt der gewichtete Durchschnitt beim Wasserverbrauch, je nach Größe zwischen 0,35 und 1,07 Litern.
- Rund 30 Großprojekte mit 100 Megawatt bis über einem Gigawatt sind in Deutschland geplant. Ein einziges 100-MW-Rechenzentrum kann je nach Kühltechnik 200 bis 930 Millionen Liter im Jahr brauchen.
Lückenhafte Daten
Von geschätzt 1.200 meldepflichtigen Rechenzentren haben laut Studie nur 484 Betreiber überhaupt Angaben gemacht, und nur 139 Datensätze waren plausibel genug für die Auswertung. Die Zahlen sind also eine Hochrechnung auf schmaler Basis. Der Branchenverband Bitkom hält dagegen, dass rund zwei Drittel der Anlagen höchstens 0,1 Liter pro Kilowatt Anschlussleistung verbrauchen und nennenswerter Verbrauch vor allem bei Verdunstungskühlung entsteht.
Effizienz ist nicht gleich Wassersparen
Ein Befund der Studie: Energieeffiziente Rechenzentren sind nicht automatisch wassersparend, einen statistischen Zusammenhang fanden die Autoren nicht. Mit Trocken- oder Kompressionskühlung lasse sich der direkte Wasserverbrauch sogar auf null senken. Greenpeace fordert deshalb Wasser-Prüfungen vor jeder Genehmigung, keine wasserintensiven Anlagen in trockenen Regionen und Sanktionen, wenn Betreiber ihre Meldepflicht ignorieren.
Was das für dich bedeutet
- KI hat einen physischen Fußabdruck – neben Strom zunehmend auch Wasser, und zwar vor Ort.
- Die Datenlage ist dünn: Weniger als die Hälfte der Betreiber meldet überhaupt.
- Für Unternehmen wird die Frage nach Standort und Kühlung ihrer Cloud ein Thema für Nachhaltigkeitsberichte.
So nutzt du das
Wählst du Cloud- oder KI-Anbieter aus, frag nach Rechenzentrums-Standort, Kühltechnik und veröffentlichten Wasser- und Stromkennzahlen. Für Routineaufgaben reicht oft ein kleineres Modell.

Luigis Einordnung
Für die meisten Berufstätigen ist KI ein Fenster im Browser. Diese Studie erinnert daran, dass hinter jedem Prompt ein Gebäude mit Kühlung steht. Das heißt nicht, dass du auf KI verzichten sollst. Aber der Ausbau passiert gerade in Deutschland, und die Debatte darüber, wo und wie gebaut wird, wird auch hier lauter werden.
Mein Rat an Unternehmen: Wenn ihr Cloud- oder KI-Anbieter auswählt, fragt nach Standort, Kühltechnik und veröffentlichten Kennzahlen. Wer im Nachhaltigkeitsbericht über KI-Einsatz schreibt, sollte diese Fragen beantworten können. Und ganz praktisch: Nicht jede Aufgabe braucht das größte Modell. Ein kleineres Modell für Routinearbeit spart Kosten – und Ressourcen.
Quelle
Greenpeace / Öko-Institut: Kurzstudie: Wasserverbrauch deutscher Rechenzentren (Stand 11/2026, PDF)
Weitere Quellen
- heise online – Bericht (dpa) mit Einordnung durch den Branchenverband Bitkom
- t3n – Bericht zur Studie
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben. Verantwortlich: Luigi Lugmayr.



