KI-Marketing-WissenStand · 18 Min. Lesezeit

ChatGPT-Prompts für Marketing: 50 Vorlagen zum Kopieren

Kurzantwort

Ein guter Marketing-Prompt hat sechs Bausteine: Rolle, Kontext, Aufgabe, Format, Beispiele und Grenzen. Am meisten bringt ein einmal geschriebenes Marken-Briefing, das du jedem Prompt voranstellst; die 50 Vorlagen unten funktionieren damit in ChatGPT, Claude und Gemini.

Manfred LugmayrVon Manfred „Luigi“ Lugmayr · 30 Jahre Marketing, zuletzt sieben Jahre CMO

Frau mit kurzen schwarzen Haaren schreibt lächelnd in ein Notizbuch neben ihrem Laptop
50Prompts zum Kopieren
6Bausteine pro Prompt

Auf einen Blick

Die Prompt-Formel: sechs Bausteine

Die Leitfäden von OpenAI, Anthropic und Google sagen im Kern dasselbe: klare Anweisungen, ausreichend Kontext, ein gewünschtes Format und Beispiele. Für Marketing-Aufgaben hat sich bei uns diese Reihenfolge bewährt:

Ein guter Marketing-Prompt in sechs Bausteinen
  1. Rolle

    Wer soll antworten? „Du bist eine erfahrene Texterin für B2B-Newsletter.“ Das setzt Wortwahl und Anspruch.

  2. Kontext

    Marken-Briefing, Zielgruppe, Angebot, bisherige Ergebnisse. Der wichtigste Baustein, der am häufigsten fehlt.

  3. Aufgabe

    Ein klares Verb und ein Ergebnis: „Schreibe 12 Betreffzeilen“, nicht „Hilf mir mit dem Newsletter“.

  4. Format

    Länge, Zeichenzahl, Tabelle oder Liste, Anzahl der Varianten. So kannst du das Ergebnis direkt verwenden.

  5. Beispiele

    Zwei, drei eigene Texte, die funktioniert haben. Beispiele steuern Ton und Qualität stärker als jede Beschreibung.

  6. Grenzen

    Was nicht passieren darf: keine erfundenen Zahlen, keine Versprechen, maximal X Wörter, [prüfen] bei fehlenden Angaben.

Du musst nicht jedes Mal alle sechs Bausteine neu schreiben. Rolle, Kontext, Beispiele und Grenzen stecken im Marken-Briefing, das du einmal anlegst. Pro Aufgabe ergänzt du nur noch Aufgabe und Format. Deshalb beginnen viele Vorlagen unten mit [Marken-Briefing].

Drei Regeln, die fast jeden Prompt besser machen

  • Mehrere Varianten anfordern. Lass dir 10 statt 1 Option geben und wähle aus. Bewerten ist leichter als formulieren.
  • Nach Rückfragen fragen. „Stelle mir bis zu drei Rückfragen, bevor du loslegst“ verhindert, dass die KI Lücken mit Annahmen füllt.
  • Lücken markieren lassen. „Wenn eine Angabe fehlt, schreib [prüfen]“ ist die wirksamste Sicherung gegen erfundene Zahlen.

Die Grundlage: dein Marken-Briefing als Prompt

Lege dieses Briefing einmal an und speichere es dort, wo dein KI-Assistent es dauerhaft kennt: in ChatGPT als Projekt oder eigene Anweisungen, in Claude als Projektwissen, in Gemini als Gem. Danach reicht in den Vorlagen der Platzhalter [Marken-Briefing].

Vorlage: Marken-Briefing für jeden KI-Assistenten
Du bist die Marketingleitung von [Firma]. Merke dir dieses Marken-Briefing und halte dich in allen folgenden Antworten daran.

ANGEBOT: [Was wir verkaufen, in einem Satz, mit Preisrahmen]
ZIELGRUPPE: [Rolle, Alter, Situation] – Problem: [ihr größtes Problem] – Auslöser zum Kauf: [Moment, in dem sie suchen]
NUTZEN: 1) [Nutzen + Beleg] 2) [Nutzen + Beleg] 3) [Nutzen + Beleg]
TONALITÄT: [3 Adjektive, z. B. direkt, freundlich, ohne Hype]. Wir duzen. So klingen wir NICHT: [Beispielsatz]
TABUS: keine Einkommens- oder Heilversprechen, keine erfundenen Zahlen, Kundenstimmen oder Quellen. Fehlt eine Angabe, schreib [prüfen].
WORTLISTE: Wir sagen [Begriff], nie [Begriff].
BEISPIELE: [2–3 eigene Texte, die gut funktioniert haben]

Bestätige kurz, dass du das Briefing verstanden hast, und stelle mir bis zu drei Rückfragen, falls etwas fehlt.

Strategie und Positionierung (1–5)

Für Entscheidungen, die alles andere prägen. Hier liefert KI Optionen und Gegenargumente, entscheiden musst du.

1. Positionierung in einem Satz · Wann: wenn du dein Angebot nicht in 10 Sekunden erklären kannst
Hier ist unser Angebot: [Beschreibung]. Formuliere 10 Positionierungssätze nach dem Muster „Für [Zielgruppe], die [Problem], ist [Angebot] die [Kategorie], die [Nutzen], anders als [Alternative]“. Bewerte jeden Satz mit 1–5 für Klarheit und Unterscheidbarkeit und erkläre die besten drei.
2. Wettbewerbs-Check · Wann: vor einer neuen Kampagne oder einem Relaunch
Hier sind Texte von drei Wettbewerbern (Startseite, Angebot): [Texte]. Fasse für jeden zusammen: Versprechen, Zielgruppe, Preisanker, Tonalität, Belege. Zeige dann in einer Tabelle, welche Kundenprobleme keiner anspricht. Erfinde nichts, was nicht im Text steht.
3. SWOT mit Gegenprobe · Wann: wenn du eine Entscheidung absichern willst
Erstelle eine SWOT-Analyse für [Angebot] im Markt [Markt/Region] auf Basis dieser Fakten: [Fakten]. Spiele danach den Advocatus Diaboli: Welche drei Annahmen in meiner Strategie sind am wahrscheinlichsten falsch, und wie könnte ich jede in einer Woche günstig testen?
4. Angebotsleiter · Wann: wenn du nur ein Produkt hast und Einstiegsangebote suchst
Unser Hauptangebot: [Angebot, Preis]. Entwirf eine Angebotsleiter mit vier Stufen: kostenloser Einstieg, Einstieg unter [Betrag], Hauptangebot, Premium. Nenne pro Stufe Inhalt, Preisrahmen, den Schritt zur nächsten Stufe und das Risiko, dass die Stufe das Hauptangebot kannibalisiert.
5. Quartalsziele mit Kennzahlen · Wann: für die Planung der nächsten 90 Tage
Unser Ziel für das nächste Quartal: [Ziel]. Ausgangslage: [aktuelle Zahlen]. Leite drei messbare Marketing-Ziele ab, jeweils mit Kennzahl, Ausgangswert, Zielwert, wöchentlicher Messung und einem Frühwarnsignal, an dem ich nach vier Wochen erkenne, dass es nicht klappt.

Zielgruppe und Personas (6–10)

KI hilft, Muster in vorhandenen Kundenstimmen zu finden. Echte Gespräche mit Kunden ersetzt sie nicht.

6. Persona aus echten Daten · Wann: wenn du Bewertungen, Mails oder Umfrage-Antworten hast
Hier sind [Anzahl] anonymisierte Kundenstimmen: [Texte]. Erstelle daraus 2–3 Personas mit: Situation, Ziel, größter Frust, Wörtern, die sie selbst benutzen (wörtlich zitiert), Einwänden und Kaufauslöser. Kennzeichne jede Aussage, die du nicht direkt aus den Texten ableiten kannst, mit [Annahme].
7. Jobs to be done · Wann: wenn du verstehen willst, warum Kunden wirklich kaufen
Unser Produkt: [Produkt]. Formuliere 8 „Jobs to be done“ nach dem Muster „Wenn [Situation], will ich [Motivation], damit [Ergebnis]“. Sortiere sie nach Häufigkeit und Dringlichkeit und schlage zu den Top 3 je eine Interview-Frage vor, mit der ich sie bei echten Kunden überprüfe.
8. Interview-Leitfaden · Wann: vor fünf Kundengesprächen
Ich führe 30-minütige Interviews mit [Kundentyp] über [Thema]. Erstelle einen Leitfaden mit 10 offenen Fragen, die nach vergangenem Verhalten fragen, nicht nach Meinungen. Ergänze pro Frage eine Nachfrage und markiere Fragen, die zu Gefälligkeitsantworten führen könnten.
9. Einwände und Antworten · Wann: für Verkaufsseite, FAQ und Vertrieb
Unsere Zielgruppe: [Zielgruppe]. Angebot: [Angebot, Preis]. Liste die 10 wahrscheinlichsten Einwände vor dem Kauf auf, gruppiert nach Preis, Vertrauen, Aufwand und Timing. Schreibe zu jedem eine ehrliche Antwort in maximal zwei Sätzen, ohne Druck und ohne Versprechen, die wir nicht halten können.
10. Sprache der Kunden · Wann: wenn deine Texte zu sehr nach Firma klingen
Hier sind Forenbeiträge, Bewertungen oder Kommentare unserer Zielgruppe: [Texte]. Sammle die Formulierungen, mit denen sie ihr Problem und ihr Wunschergebnis beschreiben, wörtlich. Ordne sie in eine Tabelle: Formulierung, Häufigkeit, Gefühl dahinter, wo wir sie einsetzen könnten (Überschrift, Anzeige, Betreff).

Social Media (11–15)

Für Ideen, Haken und Varianten. Veröffentlicht wird erst nach deiner Prüfung.

11. 30 Post-Ideen nach Säulen · Wann: wenn dir die Ideen ausgehen
[Marken-Briefing]. Unsere drei Inhalts-Säulen: [Säule 1, 2, 3]. Erstelle 30 Post-Ideen für [Plattform], je 10 pro Säule. Pro Idee: Format (Karussell, Reel, Text), Haken in der ersten Zeile, Kernaussage, Handlungsaufforderung. Keine Ideen, die nur mit Trend-Sounds funktionieren.
12. Haken-Werkstatt · Wann: bevor du ein Video oder einen Post veröffentlichst
Thema: [Thema]. Schreibe 15 erste Sätze für [Plattform], je drei in diesen Mustern: überraschende Zahl (nur mit [Quelle prüfen]), typischer Fehler, Vorher/Nachher, direkte Frage, Widerspruch zu einer gängigen Meinung. Maximal 12 Wörter pro Satz. Markiere deine drei Favoriten mit Begründung.
13. Karussell aus einem Artikel · Wann: zum Wiederverwerten langer Inhalte
Hier ist ein Artikel: [Text]. Mache daraus ein Instagram- oder LinkedIn-Karussell mit 8 Folien: Folie 1 Haken, Folien 2–7 je ein Gedanke in maximal 25 Wörtern, Folie 8 Zusammenfassung und Handlungsaufforderung. Liefere dazu eine Caption mit maximal 150 Wörtern und einer Frage am Ende.
14. Captions in drei Tonlagen · Wann: zum Testen, was bei deinem Publikum ankommt
Hier ist mein Post-Entwurf: [Text oder Bildbeschreibung]. Schreibe drei Captions: sachlich, persönlich mit kleiner Geschichte, humorvoll. Jede maximal 120 Wörter, gleiche Kernaussage, gleiche Handlungsaufforderung. Keine Emojis außer einem am Ende, keine Hashtag-Wolke.
15. Antworten auf Kommentare · Wann: wenn kritische oder viele Kommentare kommen
Hier sind Kommentare unter unserem Post: [Kommentare]. Schlage für jeden eine Antwort vor: freundlich, kurz, im Ton unseres Briefings. Bei Kritik: anerkennen, sachlich antworten, nicht rechtfertigen. Markiere Kommentare, die ich persönlich beantworten oder gar nicht beantworten sollte, und warum.

Anzeigen (16–20)

KI ist stark bei Varianten. Was wirkt, entscheidet der Test, nicht die KI.

16. 20 Anzeigen-Varianten · Wann: für einen A/B-Test auf Meta oder Google
[Marken-Briefing]. Angebot: [Angebot]. Schreibe 20 Varianten für eine Meta-Anzeige: Primärtext (max. 125 Zeichen), Überschrift (max. 40 Zeichen). Je vier Varianten pro Ansatz: Problem, Ergebnis, Einwand, Beleg, Neugier. Keine Einkommensversprechen, keine Superlative ohne Beleg.
17. Google-Anzeigen nach Suchabsicht · Wann: für Suchkampagnen
Keyword: [Keyword]. Leite die Suchabsicht ab (informieren, vergleichen, kaufen). Schreibe dazu 15 Anzeigentitel (max. 30 Zeichen) und 4 Beschreibungen (max. 90 Zeichen), die genau zu dieser Absicht passen. Prüfe am Ende alle Zeichenlängen und markiere Überschreitungen.
18. Creative-Briefing für Video · Wann: bevor du ein Werbevideo drehen oder generieren lässt
Erstelle ein Creative-Briefing für ein 20-Sekunden-Video für [Plattform]. Ziel: [Ziel]. Inhalt: Haken in den ersten 2 Sekunden, 3 Szenen mit Bild, Text-Einblendung und Sprechtext, Schluss mit Handlungsaufforderung. Ergänze, ob KI-Darsteller vorkommen und wie das gekennzeichnet wird.
19. Anzeigen-Ergebnisse deuten · Wann: nach den ersten 7 Tagen einer Kampagne
Hier sind die Ergebnisse meiner Anzeigen als Tabelle: [Daten mit Impressionen, Klicks, Kosten, Conversions je Anzeige und Platzierung]. Was fällt auf? Welche Anzeigen soll ich stoppen, welche behalten, was testen? Begründe mit den Zahlen und sag ausdrücklich, wo die Datenmenge für eine Entscheidung noch zu klein ist.
20. Compliance-Check für Anzeigen · Wann: vor jeder Veröffentlichung
Prüfe diese Anzeigentexte: [Texte]. Markiere alles, was als Einkommens- oder Heilversprechen, als unbelegte Superlative, als irreführender Preis oder als fehlende Werbekennzeichnung gelesen werden könnte. Schlage für jede Stelle eine sichere Formulierung vor. Das ist keine Rechtsberatung, sondern eine Vorprüfung.

E-Mail und Newsletter (21–25)

Der Newsletter ist dein eigener Kanal. Hier lohnt sich Sorgfalt mehr als Masse.

21. Willkommens-Sequenz · Wann: wenn du einen Newsletter mit Lead-Magnet startest
[Marken-Briefing]. Lead-Magnet: [Titel]. Entwirf eine Willkommens-Sequenz mit 5 E-Mails über 10 Tage. Pro Mail: Ziel, Betreff (2 Varianten), Vorschautext, Gliederung in 5 Stichpunkten, ein einziger Link. Erst in Mail 3 eine Empfehlung, als Werbung gekennzeichnet.
22. Betreffzeilen · Wann: vor jedem Versand
Hier ist mein Newsletter: [Text]. Schreibe 12 Betreffzeilen (max. 45 Zeichen) in vier Stilen: Nutzen, Neugier, Frage, Zahl (nur Zahlen aus dem Text). Dazu je einen Vorschautext (max. 80 Zeichen), der den Betreff ergänzt statt wiederholt. Keine Großbuchstaben-Wörter, keine Spam-Begriffe.
23. Newsletter aus Notizen · Wann: wenn du wenig Zeit, aber gute Gedanken hast
Hier sind meine Stichpunkte und Links der Woche: [Notizen]. Schreibe daraus einen Newsletter mit maximal 400 Wörtern: persönlicher Einstieg in 2 Sätzen, 3 Abschnitte mit je einer Erkenntnis, ein Tipp zum Umsetzen, Schluss mit einer Frage an die Leser. Behalte meine Formulierungen, wo sie gut sind.
24. Produktmail mit ehrlichem Block · Wann: wenn du ein Produkt empfiehlst
Ich empfehle [Produkt] (Affiliate-Link, Provision: ja). Schreibe eine Mail mit einem Ziel und einem Link: Problem, wie ich es selbst löse, für wen das Produkt passt und für wen nicht, Preis mit Stand-Datum, Hinweis „Werbung · Affiliate-Link“ direkt am Button. Keine künstliche Knappheit.
25. Reaktivierung · Wann: für Abonnenten, die seit 90 Tagen nicht öffnen
Schreibe eine kurze Reaktivierungs-Mail an Abonnenten, die lange nicht geöffnet haben. Ton: ehrlich, ohne Schuldgefühl. Inhalt: was sie verpasst haben (2 Highlights: [Themen]), Frage, ob sie weiter Mails wollen, ein Klick zum Bleiben, ein Klick zum Abmelden. Drei Betreffzeilen dazu.

SEO und GEO (26–30)

Für Seiten, die in Google und in KI-Antworten gefunden werden. Expertise und Quellen musst du liefern.

26. Gliederung nach Suchabsicht · Wann: bevor du einen Ratgeber schreibst
Thema: [Thema]. Hauptfrage der Suchenden: [Frage]. Erstelle eine Gliederung mit H2- und H3-Überschriften, die die Hauptfrage in den ersten zwei Sätzen beantwortet und dann typische Folgefragen abdeckt. Markiere, wo eigene Erfahrung, Zahlen mit Quelle oder ein Beispiel nötig sind, statt sie zu erfinden.
27. FAQ für strukturierte Daten · Wann: für jede wichtige Seite
Hier ist der Text meiner Seite: [Text]. Schreibe 8 echte Fragen, die Leser dazu stellen würden, und beantworte jede in 2–3 Sätzen ausschließlich mit Informationen aus dem Text. Wenn der Text eine Frage nicht beantwortet, schreib „fehlt im Text“, damit ich die Lücke schließe.
28. Kurzantwort für KI-Suche · Wann: damit ChatGPT & Co. deine Seite zitieren können
Hier ist meine Seite: [Text]. Schreibe eine Kurzantwort auf die Frage [Frage] in maximal zwei Sätzen, die ohne Kontext verständlich und zitierfähig ist, mit dem wichtigsten Fakt und der Einschränkung. Danach drei Varianten mit anderem Fokus.
29. Title und Description · Wann: für jede neue Seite
Seite: [Thema, Hauptkeyword, Zielgruppe]. Schreibe 5 Title-Tags (max. 60 Zeichen inklusive Markenname) und 5 Meta-Descriptions (max. 155 Zeichen), die einen konkreten Nutzen nennen. Zähle die Zeichen und gib sie mit aus. Keine Clickbait-Formulierungen.
30. Content-Lücken finden · Wann: für die Themenplanung
Hier sind die Überschriften unserer Ratgeber: [Liste]. Hier sind Fragen unserer Kunden: [Liste]. Welche Fragen beantworten wir noch nirgends? Schlage 10 neue Seiten vor, jeweils mit Arbeitstitel, Hauptfrage, Zielgruppe und welcher bestehenden Seite sie intern verlinken sollten.

Vertrieb und Leads (31–35)

Für Anfragen und Gespräche. Kaltakquise per E-Mail ist ohne Einwilligung in Deutschland verboten.

31. Lead-Magnet-Ideen · Wann: wenn du Newsletter-Anmeldungen willst
[Marken-Briefing]. Schlage 10 Lead-Magneten vor, die direkt zu unserem Angebot [Angebot] führen. Pro Idee: Format (Checkliste, Rechner, Vorlage, Check), Ergebnis für den Nutzer in einem Satz, Aufwand für uns (1–5), und warum ein KI-Assistent dieses Ergebnis nicht in Sekunden liefern kann.
32. Antwort auf eine Anfrage · Wann: wenn eine Anfrage reinkommt
Hier ist eine Anfrage: [Text, ohne Namen und Kontaktdaten]. Schreibe eine Antwort, die die Frage direkt beantwortet, zwei gezielte Rückfragen stellt und einen konkreten nächsten Schritt vorschlägt (z. B. 20-Minuten-Gespräch mit zwei Terminvorschlägen). Maximal 150 Wörter, freundlich, ohne Floskeln.
33. Gesprächsvorbereitung · Wann: vor einem Erstgespräch
Ich habe ein Erstgespräch mit [Rolle] bei [Branche, Größe]. Öffentliche Infos: [Infos]. Erstelle eine Vorbereitung: 3 Hypothesen zu ihrem Problem, 8 Fragen, um sie zu prüfen, 3 Einwände mit Antworten, und wie ich das Gespräch mit einem klaren nächsten Schritt beende.
34. Angebot zusammenfassen · Wann: nach einem Gespräch
Hier sind meine Gesprächsnotizen: [Notizen ohne personenbezogene Daten]. Schreibe eine Zusammenfassung für den Kunden: Ausgangslage in seinen Worten, Ziel, vorgeschlagenes Vorgehen in 3 Schritten, was wir brauchen, Zeitplan, nächster Schritt. Keine Leistungen erfinden, die nicht besprochen wurden.
35. Nachfassen ohne Druck · Wann: wenn sich jemand nach einem Angebot nicht meldet
Schreibe drei kurze Nachfass-Nachrichten für einen Interessenten, der seit [Tage] Tagen nicht auf unser Angebot reagiert: nach 3 Tagen (hilfreicher Zusatz), nach 10 Tagen (eine konkrete Frage), nach 21 Tagen (freundlicher Abschluss). Jeweils maximal 60 Wörter, kein künstlicher Zeitdruck.

Video-Skripte (36–40)

Für Reels, TikToks, Shorts und Erklärvideos. Erst Idee und Haken, dann Technik.

36. Reel-Skript in 30 Sekunden · Wann: für ein Kurzvideo mit dir vor der Kamera
Thema: [Thema]. Schreibe ein 30-Sekunden-Skript für ein Reel: Haken (0–2 s), Problem (2–8 s), drei Schritte (8–25 s), Schluss mit Handlungsaufforderung (25–30 s). Gib pro Abschnitt Sprechtext, Text-Einblendung und Bildidee an. Sprechtext so, wie man redet, nicht wie man schreibt.
37. Sketch mit Alltagssituation · Wann: für Unterhaltung statt Erklärung
Thema: [Thema, z. B. KI-Notiz-Tools im Meeting]. Entwickle 5 Ideen für einen 20-Sekunden-Sketch mit einer Alltagssituation im Büro, maximal zwei Personen, einer Pointe am Ende. Pro Idee: Situation in einem Satz, Dialog, Pointe. Kein Spott über Gruppen von Menschen.
38. Erklärvideo-Skript · Wann: für ein 2–3-minütiges YouTube- oder Website-Video
Erkläre [Thema] für [Zielgruppe] in einem Skript für ein 2,5-minütiges Video: Einstieg mit Frage, drei Kapitel mit je einer Kernaussage und einem Beispiel, kurze Zusammenfassung, Hinweis auf [weiterführende Seite]. Markiere Stellen, an denen eine Grafik oder ein Screenshot helfen würde.
39. Ein Video, fünf Plattformen · Wann: zum Wiederverwerten
Hier ist das Skript oder Transkript meines Videos: [Text]. Erstelle passende Versionen für TikTok, Instagram Reels, YouTube Shorts, LinkedIn und einen Newsletter-Absatz: jeweils Titel oder Caption, Länge, Schnitt-Hinweis und Handlungsaufforderung im Stil der Plattform.
40. Untertitel und Kapitel · Wann: nach der Aufnahme
Hier ist das Transkript meines Videos mit Zeitmarken: [Transkript]. Korrigiere offensichtliche Erkennungsfehler, ohne den Inhalt zu ändern, kürze Füllwörter für Untertitel, und schlage 5–7 YouTube-Kapitel mit Zeitmarke und Titel (max. 40 Zeichen) vor.

Analyse und Auswertung (41–45)

KI findet Auffälligkeiten schnell. Prüfe Rechnungen mit eigenen Stichproben.

41. Monatsbericht in 10 Minuten · Wann: am Monatsende
Hier sind meine Marketing-Zahlen dieses und des letzten Monats: [Tabelle mit Besuchern, Anmeldungen, Öffnungs- und Klickrate, Kosten, Umsatz]. Berechne die Veränderungen, nenne die drei wichtigsten Auffälligkeiten mit möglicher Ursache und schlage pro Auffälligkeit einen Test für den nächsten Monat vor. Zeige deine Rechnung.
42. Umfrage auswerten · Wann: nach einer Kunden- oder Leserumfrage
Hier sind die Antworten aus unserer Umfrage (anonymisiert): [Daten]. Fasse geschlossene Fragen als Tabelle mit Anteilen zusammen und gruppiere offene Antworten in 5–7 Themen mit Häufigkeit und je einem wörtlichen Zitat. Weise darauf hin, wenn die Stichprobe für eine Aussage zu klein ist.
43. Funnel-Diagnose · Wann: wenn Anmeldungen oder Verkäufe stocken
Unser Funnel: [Schritte mit Zahlen, z. B. Besucher → Anmeldung → Bestätigung → Klick → Kauf]. Berechne die Quote jedes Schritts, vergleiche sie mit typischen Bandbreiten, die du ausdrücklich als Schätzung kennzeichnest, und nenne den Schritt mit dem größten Hebel. Schlage drei Maßnahmen vor, sortiert nach Aufwand.
44. Kanal-Vergleich · Wann: wenn du entscheiden musst, wo du mehr investierst
Hier sind Kosten und Ergebnisse je Kanal im letzten Quartal: [Daten]. Berechne Kosten pro Lead und pro Kunde, wo möglich. Was würdest du mit [Betrag] zusätzlichem Budget tun, und was müsste ich vorher messen, um sicherer zu entscheiden?
45. Hypothesen statt Bauchgefühl · Wann: vor jedem größeren Test
Ich will testen: [Idee]. Formuliere daraus eine prüfbare Hypothese („Wenn wir X ändern, steigt Y um mindestens Z, weil …“), lege Messgröße, Mindestdauer, Abbruchkriterium und die Stichprobe fest, die ich ungefähr brauche, und nenne drei Gründe, warum das Ergebnis täuschen könnte.

Redigieren und Faktencheck (46–50)

Der letzte Schritt vor jeder Veröffentlichung. Nichts geht ohne deine Freigabe raus.

46. Kürzen ohne Verlust · Wann: wenn ein Text zu lang ist
Kürze diesen Text um 40 %, ohne Kernaussagen, Belege oder Beispiele zu verlieren: [Text]. Streiche Füllwörter, Wiederholungen und Einleitungsfloskeln. Zeige danach in einer Liste, was du gestrichen hast, damit ich es prüfen kann.
47. Ton-Check gegen Briefing · Wann: bevor ein Text rausgeht
[Marken-Briefing]. Prüfe diesen Text gegen unser Briefing: [Text]. Markiere Stellen, die nicht nach uns klingen (zu werblich, zu förmlich, Hype-Wörter, Sie statt du), und schlage pro Stelle eine Alternative vor. Bewerte den Gesamtton mit 1–5.
48. Faktencheck-Liste · Wann: für jeden Text mit Zahlen, Namen oder Zitaten
Liste aus diesem Text jede überprüfbare Behauptung auf: Zahlen, Daten, Namen, Zitate, Preise, Studien: [Text]. Gib für jede an, welche Art Quelle sie belegen müsste und ob der Text bereits eine Quelle nennt. Bewerte nicht selbst, ob sie stimmt. Das prüfe ich an der Quelle.
49. Lesbarkeit verbessern · Wann: für Websites und Newsletter
Überarbeite diesen Text für Leser, die auf dem Handy schnell scannen: [Text]. Kurze Sätze (max. 20 Wörter), aktive Verben, eine Aussage pro Absatz, Zwischenüberschriften alle 3–4 Absätze, Fachbegriffe beim ersten Mal erklärt. Inhalt und Fakten bleiben unverändert.
50. Übersetzen und anpassen · Wann: für einen zweiten Markt
Übersetze diesen deutschen Text für Leser in [USA/Großbritannien]: [Text]. Nicht wörtlich, sondern so, wie ein Muttersprachler es schreiben würde: passende Beispiele, Maßeinheiten, Datumsformat, Ton. Markiere Stellen, die rechtlich oder kulturell nur für Deutschland gelten.

Prompts, die scheitern, und warum

Die meisten schlechten Ergebnisse haben eine von fünf Ursachen. Die Tabelle zeigt jeweils einen typischen Prompt, das Problem und eine bessere Fassung.

Schwacher PromptWarum er scheitertBesser
„Schreib einen Instagram-Post über unser Produkt.“Kein Kontext, kein Ziel, keine Zielgruppe: Die KI schreibt den Durchschnitt aller Posts.[Briefing] + Ziel, Zielgruppe, Format, 3 Varianten
„Gib mir Statistiken zu KI im Marketing.“Sprachmodelle erfinden plausible Zahlen und Quellen.Eigene Quellen einfügen und auswerten lassen, oder Recherche mit Quellenangabe und anschließender Prüfung
„Mach den Text besser.“„Besser“ ist kein Kriterium. Die KI ändert Stil, Länge und manchmal Fakten.Konkretes Ziel: kürzer, für Handy, Ton laut Briefing, Fakten unverändert
„Schreib eine Mail, die verkauft.“Führt zu Druck, künstlicher Knappheit und Versprechen, die rechtlich heikel sind.Ehrlicher Block: für wen, für wen nicht, Preis mit Stand, Werbekennzeichnung
Ein Prompt für alles auf einmalLange Aufgabenketten verlieren unterwegs Anforderungen.Aufteilen: erst Gliederung, dann Abschnitt für Abschnitt, dann Prüfung

Ein Muster dahinter: Je weniger du über deine Marke, deine Kunden und dein Ziel sagst, desto mehr füllt die KI mit Allgemeinplätzen. Prompts sind keine Zaubersprüche. Sie sind ein Briefing an jemanden, der schnell schreibt, aber dein Unternehmen nicht kennt.

Funktioniert das auch in Claude und Gemini?

Ja. Alle 50 Vorlagen sind bewusst ohne ChatGPT-spezifische Befehle geschrieben. Die Grundregeln aus den Leitfäden von OpenAI, Anthropic und Google sind dieselben: klare Anweisung, Kontext, Format, Beispiele. Kleine Unterschiede gibt es trotzdem:

AssistentWo das Briefing hingehörtUnsere Erfahrung
ChatGPTProjekt oder eigene Anweisungen; eigene GPTs für wiederkehrende AufgabenStark bei Varianten, Bildern und Datenanalyse im selben Chat
ClaudeProjekt mit ProjektwissenStark bei langen Texten und gleichbleibendem Ton; wir nutzen es für unsere Texte
GeminiGems mit eigenen AnweisungenPraktisch, wenn deine Daten in Google Docs, Sheets und Gmail liegen

Preise und Gratis-Pläne der drei Assistenten im Vergleich: KI-Marketing-Tools.

Tipp: Teste deine fünf wichtigsten Prompts in zwei Assistenten mit identischem Briefing. Nach einer Woche weißt du, welcher für deine Aufgaben besser passt, und musst dich nicht auf Testberichte verlassen.

Datenschutz und Kennzeichnung

Keine Kundendaten in Verbraucher-Chats

Bei den persönlichen ChatGPT-Plänen (Free, Plus, Pro) kann OpenAI laut eigener Hilfeseite Inhalte zum Training der Modelle nutzen; abschalten lässt sich das unter Einstellungen › Datenkontrollen („Improve the model for everyone“). Bei ChatGPT Business, Enterprise und der API werden Eingaben laut OpenAI standardmäßig nicht zum Training genutzt. Unabhängig davon gilt: Namen, E-Mail-Adressen, Kundenhistorie oder interne Zahlen gehören nur in Tools, mit denen du einen Auftragsverarbeitungsvertrag hast.

  • Für fast alle 50 Vorlagen brauchst du keine personenbezogenen Daten. Ersetze Namen durch Rollen („Kunde A“).
  • Kundenstimmen und Umfragen vor dem Einfügen anonymisieren.
  • Für Aufgaben mit Kundendaten einen Business-Plan mit Vertrag nutzen oder die Aufgabe ohne KI erledigen.

Kennzeichnung nach dem AI Act

Seit dem 2. August 2026 müssen realistisch wirkende KI-Bilder, -Videos und -Audios, die fälschlich echt wirken könnten, offengelegt werden. Texte, die ein Mensch geprüft hat und verantwortet, fallen in der Regel nicht darunter. Wann genau du kennzeichnen musst und was für Werbung gilt, steht im Ratgeber KI-Marketing.

Werkzeuge, die das Prompten leichter machen

Zwei Werkzeuge sparen beim Arbeiten mit Prompts spürbar Zeit: Diktieren statt Tippen für lange Briefings und ein Schreibassistent für den letzten Feinschliff.

ToolWofürMehr
Wispr FlowLange Prompts und Briefings diktieren statt tippen, in jeder AppIm Überblick · Testen →Werbung
Superhuman (ehemals Grammarly)Texte vor dem Versand prüfen und glätten, vor allem auf EnglischIm Überblick
ChatGPT, Claude, GeminiDie Assistenten selbst: Preise und Gratis-Pläne im Tool-Vergleich

Links mit „Testen“ sind Affiliate-Links (Werbung): Ich bekomme eine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht.

Häufige Fragen

Was ist ein guter ChatGPT-Prompt fürs Marketing?

Ein guter Prompt nennt Rolle, Kontext, Aufgabe, Format, Beispiele und Grenzen. Am wichtigsten ist der Kontext: ein Marken-Briefing mit Zielgruppe, Angebot, Tonalität und Beispieltexten. Fehlt er, liefert die KI austauschbare Durchschnittstexte.

Funktionieren diese Prompts auch mit Claude oder Gemini?

Ja. Die Vorlagen enthalten keine ChatGPT-spezifischen Befehle und funktionieren in Claude, Gemini und anderen Assistenten. Das Marken-Briefing legst du in ChatGPT als Projekt, in Claude als Projektwissen und in Gemini als Gem an.

Wie verhindere ich, dass ChatGPT Zahlen erfindet?

Gib die Fakten selbst vor und schreib in den Prompt: „Erfinde keine Zahlen, Quellen oder Zitate. Wenn eine Angabe fehlt, schreib [prüfen].“ Prüfe danach jede Zahl an der Originalquelle.

Darf ich Kundendaten in ChatGPT eingeben?

Bei den persönlichen Plänen kann OpenAI Inhalte laut eigener Hilfeseite zum Training nutzen, das lässt sich abschalten. Personenbezogene Daten gehören grundsätzlich nur in Tools, mit denen du einen Auftragsverarbeitungsvertrag hast. Für die meisten Marketing-Prompts reichen anonymisierte Angaben.

Muss ich KI-Texte kennzeichnen?

Nach dem EU AI Act gilt die Kennzeichnungspflicht seit 2. August 2026 vor allem für realistisch wirkende KI-Bilder, -Videos und -Audios. Texte, die ein Mensch geprüft hat und redaktionell verantwortet, müssen in der Regel nicht gekennzeichnet werden.

Wie lang sollte ein Prompt sein?

So lang wie nötig. Mit gespeichertem Marken-Briefing reichen oft zwei, drei Sätze für Aufgabe und Format. Ohne Briefing lohnt sich ein ausführlicher Prompt mit Beispielen mehr als jede Kurzformel.

Welche Prompts sollte ich zuerst ausprobieren?

Starte mit dem Marken-Briefing, dann mit Prompts für deine häufigste Aufgabe, zum Beispiel Betreffzeilen, 30 Post-Ideen oder dem Monatsbericht. Nutze dieselben Prompts eine Woche lang und verbessere sie anhand der Ergebnisse.

Quellen

  1. OpenAI: Prompt engineering – klare Anweisungen, Rollen, Beispiele (Few-Shot), Kontext
  2. Anthropic: Prompt engineering overview – Erfolgskriterien, Klarheit, Beispiele, Rollen, Strukturierung
  3. Google: Prompt design strategies – klare Anweisungen, Beispiele, Kontext, Zerlegen in Teilaufgaben
  4. OpenAI Help Center: How your data is used to improve model performance – Training bei Free/Plus/Pro, Opt-out, Business/Enterprise/API
  5. artificialintelligenceact.eu: Practical guide to Article 50 – Kennzeichnungspflichten seit 2.8.2026
  6. HubSpot: 2026 State of Marketing – 42,5 % nutzen KI intensiv für Content-Erstellung
Manfred Lugmayr

Manfred „Luigi“ Lugmayr – Gründer von I4U, seit den 90ern in Marketing und Digitalisierung, zuletzt sieben Jahre CMO. Ich nutze die beschriebenen Werkzeuge selbst für i4u.business und unsere Social-Media-Kanäle. Zahlen stammen aus den verlinkten Quellen.

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