KI-Marketing-WissenStand · 12 Min. Lesezeit

KI-Marketing: was es ist und wie du es richtig einsetzt

Kurzantwort

KI-Marketing heißt: Du lässt künstliche Intelligenz Teile deiner Marketing-Arbeit erledigen, etwa Texte, Bilder und Videos entwerfen, Daten auswerten, Anzeigen optimieren und Kundenfragen beantworten. Der Nutzen entsteht nicht durch das Tool, sondern durch einen klaren Ablauf: ein Engpass, ein Werkzeug, eine menschliche Freigabe und eine Kennzahl, an der du misst, ob es sich lohnt.

Manfred LugmayrVon Manfred „Luigi“ Lugmayr · 30 Jahre Marketing, zuletzt sieben Jahre CMO

Marketingleiterin sortiert Kampagnenentwürfe und Haftnotizen neben ihrem Laptop
36 %der Firmen in DE nutzen KI
57 %davon im Marketing

Auf einen Blick

  • 36 %der Unternehmen in Deutschland ab 20 Beschäftigten nutzen KI (2024: 20 %).Quelle: Bitkom 2025
  • 57 %dieser KI-Nutzer setzen sie in Marketing und Kommunikation ein.Quelle: Bitkom 2025
  • 42 %der Befragten weltweit nutzen generative KI regelmäßig in Marketing und Vertrieb, mehr als in jedem anderen Bereich.Quelle: McKinsey
  • 2.8.2026Seitdem gelten die Kennzeichnungspflichten des EU AI Act für Deepfakes.Quelle: AI Act Art. 50

Was ist KI-Marketing?

KI-Marketing (englisch AI marketing) ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz in Planung, Umsetzung und Auswertung von Marketing. Das Spektrum reicht von einem Social-Media-Text, den ChatGPT entwirft, bis zu einem System, das selbstständig Anzeigen-Budgets zwischen Kampagnen verschiebt.

Hilfreich ist, drei Ebenen zu unterscheiden. Sie sind unterschiedlich reif, unterschiedlich teuer und brauchen unterschiedlich viel Kontrolle:

Die drei Ebenen von KI im Marketing
  1. Generative KI

    Erstellt Inhalte: Texte, Bilder, Videos, Stimmen. Beispiele: ChatGPT, Claude, Kling, Arcads. Ab dem ersten Tag nutzbar, braucht aber immer eine Freigabe.

  2. Vorhersagende KI

    Erkennt Muster in Daten: welche Anzeige wirkt, welcher Lead kauft, wann jemand abspringt. Steckt oft unsichtbar in Meta, Google und CRM-Systemen.

  3. KI-Agenten

    Erledigen mehrstufige Aufgaben selbstständig, etwa recherchieren, schreiben, planen und veröffentlichen. Am jüngsten, am riskantesten, mit dem größten Hebel.

Für Selbstständige und kleine Teams ist die erste Ebene der Einstieg. Die zweite nutzt du meist schon, ohne es zu merken, etwa bei automatischer Gebotsstrategie in Meta-Anzeigen. Die dritte lohnt sich, sobald ein Ablauf so klar beschrieben ist, dass du ihn einem neuen Mitarbeiter in einer Seite erklären könntest.

Was KI-Marketing nicht ist: ein Ersatz für Positionierung, Angebot und Zielgruppenverständnis. KI vervielfacht, was du hineingibst. Ein unklares Angebot wird mit KI nur schneller und öfter unklar kommuniziert.

Wo KI im Marketing 2026 steht

KI ist im Marketing angekommen, aber ungleich verteilt. Die belastbarsten Zahlen für den deutschsprachigen Raum:

KennzahlWertQuelle
Unternehmen in DE (ab 20 Beschäftigte), die KI nutzen36 % (Vorjahr 20 %)Bitkom, Sept. 2025, n = 604
davon: Einsatz in Marketing und Kommunikation57 %Bitkom 2025
Unternehmen in DE (ab 10 Beschäftigte), amtliche Statistik20 % (2023: 12 %)Destatis, Nov. 2024
Häufigster Einsatzbereich dieser FirmenMarketing und Vertrieb (33 %)Destatis 2024
Unternehmen in der EU, die KI nutzen20 % (2021: 7,7 %)Eurostat, Dez. 2025
Regelmäßige Nutzung generativer KI in Marketing und Vertrieb (weltweit)42 % der Befragten, Platz 1 aller FunktionenMcKinsey, Umfrage Juli 2024

Die Zahlen messen unterschiedliche Dinge (Unternehmensgröße, Zeitraum, Frage). Sie sind deshalb nicht direkt vergleichbar, zeigen aber alle dieselbe Richtung.

Spannender als die Nutzungsquote sind die Gründe, warum Firmen nicht starten. Laut Destatis nennen Nicht-Nutzer vor allem fehlendes Wissen (71 %), unklare Rechtsfolgen (58 %) und Datenschutz (53 %). Genau diese drei Punkte behandelt dieser Ratgeber: Wissen (Einsatzfelder und Plan), Recht (AI Act, DSGVO, Kennzeichnung) und Daten (was du in welches Tool geben darfst).

Gleichzeitig verändert KI, wie deine Kunden suchen. Laut einer Gartner-Umfrage unter 645 B2B-Einkäufern (Aug.–Sept. 2025) haben 45 % bei ihrem letzten Kauf generative KI genutzt, vor allem für die Recherche zu Anbietern und Produkten. Wer im KI-Marketing nur an Content-Produktion denkt, übersieht die andere Hälfte: in ChatGPT & Co. überhaupt vorzukommen.

10 Einsatzfelder für KI im Marketing

Die Tabelle zeigt, was KI heute zuverlässig übernimmt und was bei dir bleiben sollte. Sortiert nach dem Verhältnis von Aufwand zu Nutzen für kleine Teams, das Beste zuerst.

EinsatzfeldWas KI übernimmtWas bei dir bleibt
1. Texte entwerfenErste Fassungen für Posts, Newsletter, Produkttexte, Anzeigen; Varianten zum TestenKernaussage, Tonalität, Fakten prüfen, Freigabe
2. Inhalte umwandelnAus einem Blogartikel 10 Posts, ein Video-Skript, eine E-Mail machenAuswahl, was zu welchem Kanal passt
3. Recherche und ZielgruppeWettbewerber zusammenfassen, Kundenfragen aus Bewertungen clustern, Personas-EntwürfeGespräche mit echten Kunden, Gewichtung
4. Bilder und VideosSzenen, Produktbilder, kurze Clips, KI-Darsteller (z. B. mit Kling oder Arcads)Markenstil, Kennzeichnung, Rechte
5. Social-Media-PlanungRedaktionsplan, Captions, Hashtags, automatisches PostenStrategie, Antworten auf Kommentare
6. AnzeigenGebote, Zielgruppen, Varianten von Bild und Text (in Meta und Google eingebaut)Budget, Angebot, Stopp-Regeln
7. SEO und GEOGliederungen, FAQ, strukturierte Daten, Lücken gegenüber Wettbewerbern findenEigene Erfahrung, Expertise, Quellen
8. KundenserviceChatbot auf der Website beantwortet Standardfragen rund um die UhrGrenzfälle, Beschwerden, Ton
9. AuswertungExcel- und Kampagnendaten per Frage analysieren, Auffälligkeiten findenEntscheidung, was daraus folgt
10. VerwaltungMeeting-Notizen, E-Mail-Entwürfe, Briefings, AufgabenlistenPrioritäten

Faustregel: KI ist stark bei Varianten, Zusammenfassungen und Wiederholung. Sie ist schwach bei Neuem, Wahrem und Heiklem: echten Kundenerkenntnissen, überprüfbaren Fakten und allem, was rechtlich oder für deinen Ruf kritisch ist.

KI-Marketing in 30 Tagen einführen: der Plan

Die meisten scheitern nicht am Tool, sondern daran, zehn Dinge gleichzeitig zu probieren. Dieser Plan startet mit genau einem Ablauf und baut erst aus, wenn er messbar funktioniert.

In fünf Schritten zum ersten KI-Ablauf, der sich rechnet
  1. Engpass wählen

    Woche 1: Welche wiederkehrende Aufgabe kostet dich am meisten Zeit? Miss die Zeit eine Woche lang ehrlich.

  2. Marken-Briefing

    Woche 1: Eine Seite mit Zielgruppe, Angebot, Tonalität, Tabus und drei Beispieltexten. Das bekommt jedes KI-Tool als Grundlage.

  3. Ein Werkzeug, ein Ablauf

    Woche 2: Ein Tool für diesen Engpass, Ablauf in fünf Schritten aufschreiben, inklusive wer freigibt.

  4. Qualität sichern

    Woche 3: Checkliste für Fakten, Ton, Recht und Kennzeichnung. Nichts geht ohne menschliche Freigabe raus.

  5. Messen und entscheiden

    Woche 4: Zeit vorher/nachher, Qualität, Wirkung. Behalten, anpassen oder abbrechen.

Schritt 1: Den richtigen Engpass wählen

Gute Kandidaten sind Aufgaben, die du jede Woche machst, die einem Muster folgen und deren Ergebnis du schnell prüfen kannst: Social-Posts, Newsletter-Entwürfe, Produktbeschreibungen, Anzeigen-Varianten, Protokolle. Schlechte erste Kandidaten sind Strategie, Preisgestaltung oder Krisenkommunikation.

Schritt 2: Das Marken-Briefing schreiben

Der größte Qualitätssprung entsteht nicht durch bessere Prompts, sondern durch besseren Kontext. Ein einseitiges Marken-Briefing, das du in jedes Gespräch mit der KI kopierst oder als Projektwissen hinterlegst, ersetzt hundert Korrekturschleifen. Eine Vorlage findest du unten bei den Prompts.

Schritt 3: Ein Werkzeug, ein Ablauf

Für Texte reicht am Anfang ein Chat-Assistent (ChatGPT, Claude, Gemini). Spezialisierte Tools lohnen sich erst, wenn ein Ablauf steht: etwa ein Tool, das Posts direkt plant und veröffentlicht, oder eines, das Anzeigen-Varianten erzeugt. Schreib den Ablauf auf: Eingabe, Prompt, Prüfung, Freigabe, Veröffentlichung.

Schritt 4: Qualität sichern

  • Fakten: Jede Zahl, jedes Zitat, jeder Preis wird an der Quelle geprüft. KI-Modelle erfinden plausible Details.
  • Ton: Klingt es nach dir? Lies es laut vor.
  • Recht: Werbekennzeichnung, keine unbelegten Versprechen, Rechte an Bildern, KI-Kennzeichnung wo nötig.
  • Daten: Keine Kundendaten in Tools ohne Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV).

Schritt 5: Messen und entscheiden

Nach vier Wochen vergleichst du drei Zahlen: Minuten pro Ergebnis vorher und nachher, Anteil der Entwürfe, die ohne große Änderung freigegeben wurden, und die Wirkung (Klickrate, Anfragen, Verkäufe). Erst wenn alle drei stimmen, nimmst du den nächsten Engpass dazu.

Prompts zum Kopieren

Diese Vorlagen funktionieren in ChatGPT, Claude und Gemini. Ersetze alles in eckigen Klammern. Je konkreter deine Angaben, desto besser das Ergebnis.

1. Marken-Briefing erstellen lassen
Du bist eine erfahrene Marketingleiterin. Interviewe mich mit maximal 10 Fragen, eine nach der anderen, um ein einseitiges Marken-Briefing zu erstellen. Es soll enthalten: Angebot in einem Satz, Zielgruppe (Rolle, Problem, Auslöser zum Kauf), drei Hauptnutzen mit Beleg, Tonalität (drei Adjektive plus je ein Beispiel, wie wir NICHT klingen), Wörter, die wir nie benutzen, und typische Einwände mit Antwort. Fasse am Ende alles als Briefing zusammen, das ich in jedes künftige Gespräch kopieren kann.
2. Einen Inhalt in fünf Formate umwandeln
Hier ist mein Marken-Briefing: [Briefing]. Hier ist ein Artikel: [Text]. Erstelle daraus: 1) einen LinkedIn-Post (max. 1.300 Zeichen, erste Zeile als Haken), 2) drei Instagram-Captions mit Frage am Ende, 3) ein 30-Sekunden-Video-Skript mit Szenenangaben, 4) eine Newsletter-Einleitung (max. 80 Wörter), 5) fünf Betreffzeilen. Keine Zahlen erfinden: Wenn eine Angabe im Artikel fehlt, schreib [prüfen].
3. Kampagnenideen mit Bewertung
Ziel: [z. B. 30 Anfragen für unser Angebot X im Dezember]. Budget: [Betrag]. Zielgruppe: [Beschreibung]. Schlage 8 Kampagnenideen vor. Bewerte jede mit Aufwand (1–5), erwarteter Wirkung (1–5) und dem größten Risiko. Sortiere nach Wirkung durch Aufwand und begründe die Top 3 in je zwei Sätzen.
4. Kundenstimmen auswerten
Hier sind [Anzahl] Kundenbewertungen und E-Mails: [Texte]. Gruppiere sie in 5–7 Themen. Nenne pro Thema: Anteil, typisches Zitat im Originalwortlaut, was der Kunde eigentlich will, und eine Formulierung, die wir in Werbung verwenden könnten. Markiere Aussagen, die rechtlich heikel wären (Heilversprechen, Garantien).

Die wichtigsten KI-Marketing-Tools

Du brauchst nicht zwanzig Tools. Für die meisten Selbstständigen reichen ein Chat-Assistent plus ein bis zwei Spezialwerkzeuge für den Engpass, den du in Schritt 1 gewählt hast. Die Liste enthält Werkzeuge, die wir auf i4u.business ausführlich vorstellen, und bekannte Alternativen ohne Partnerlink.

ToolWofürMehr
ChatGPT, Claude, GeminiTexte, Ideen, Recherche, Auswertung: der Allzweck-Einstieg
Superhuman (ehemals Grammarly)Texte im Job besser und konsistenter schreibenIm Überblick
Wispr FlowSprechen statt tippen: Briefings und Entwürfe diktierenIm Überblick · Testen →Werbung
Upload-PostPosts für Instagram, TikTok, LinkedIn & Co. planen, auch direkt aus ChatGPT oder ClaudeIm Überblick · Testen →Werbung
ArcadsWerbevideos mit KI-Darstellern für TikTok und InstagramIm Überblick · Testen →Werbung
SuperscaleAnzeigen-Creatives für Meta und Google mit KIIm Überblick · Testen →Werbung
ChatbaseKI-Chatbot für die Website: Fragen beantworten, Anfragen sammelnIm Überblick · Testen →Werbung
Julius AIExcel- und Kampagnendaten per Frage auswertenIm Überblick · Testen →Werbung
RankscaleMessen, ob ChatGPT, Claude & Co. deine Marke nennenIm Überblick · Testen →Werbung
Canva, HubSpotDesign-Vorlagen bzw. CRM mit eingebauten KI-Funktionen

Links mit „Testen“ sind Affiliate-Links (Werbung): Ich bekomme eine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht.

Preise und Gratis-Versionen findest du mit Stand-Datum auf den jeweiligen Tool-Seiten. Einen Vergleich von mehr Werkzeugen nach Einsatzfeld bauen wir gerade als eigenen Ratgeber auf.

Was das Recht in Deutschland, Österreich und der Schweiz verlangt

EU AI Act: Kennzeichnung ab 2. August 2026

Artikel 50 des AI Act verpflichtet seit dem 2. August 2026 alle, die KI beruflich einsetzen, Deepfakes offenzulegen: realistisch wirkende Bilder, Videos oder Audios, die echte oder fiktive Personen, Orte oder Ereignisse so zeigen, dass sie fälschlich echt wirken könnten. Die Offenlegung muss spätestens beim ersten Kontakt mit dem Inhalt klar erkennbar sein. Für erkennbar künstlerische, satirische oder fiktionale Werke reicht ein Hinweis, der den Genuss nicht stört.

Für KI-generierte Texte gilt die Pflicht nur, wenn sie die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren sollen, und auch dann nicht, wenn ein Mensch den Text inhaltlich geprüft hat und redaktionell verantwortet. Ein von dir geprüfter Produkt-Post fällt in aller Regel nicht darunter. Ein KI-Video mit einem realistischen KI-Darsteller, der wie ein echter Kunde wirkt, dagegen schon.

DSGVO: Welche Daten in welches Tool dürfen

  • Personenbezogene Daten (Namen, E-Mail-Adressen, Kundenhistorie) nur in Tools, mit denen du einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) hast, und nur, wenn du sie für den Zweck verarbeiten darfst.
  • Bei Anbietern außerhalb der EU auf die Rechtsgrundlage für den Datentransfer achten (z. B. EU-US Data Privacy Framework).
  • Für Recherche, Entwürfe und Ideen brauchst du in der Regel gar keine personenbezogenen Daten. Anonymisieren ist der einfachste Datenschutz.

UWG: Werbung bleibt Werbung

Auch KI-Texte unterliegen dem Wettbewerbsrecht: keine irreführenden Versprechen, keine erfundenen Kundenstimmen, Werbung als Werbung kennzeichnen. Eine KI-Darstellerin darf nicht als echte Kundin ausgegeben werden. Wer KI-Personen in Werbung einsetzt, sollte das deshalb doppelt prüfen: AI Act (Deepfake) und UWG (Irreführung).

Die Schweiz ist nicht EU-Mitglied, der AI Act gilt dort aber für alle, die KI-Inhalte in den EU-Markt bringen. Wer aus der Schweiz an Kunden in Deutschland oder Österreich verkauft, sollte sich deshalb an dieselben Regeln halten.

Erfolg messen: die richtigen Kennzahlen

„Wir nutzen jetzt KI“ ist kein Ergebnis. Diese fünf Kennzahlen zeigen, ob sich KI-Marketing für dich lohnt:

KennzahlWie du sie misstWoran du Erfolg erkennst
Zeit pro ErgebnisMinuten pro Post, Newsletter, Anzeige: eine Woche vor und vier Wochen nach dem StartDeutlich weniger Zeit bei gleicher Qualität
FreigabequoteAnteil der KI-Entwürfe, die mit kleinen Änderungen rausgehenSteigt über die Wochen (besseres Briefing)
OutputAnzahl veröffentlichter Inhalte oder getesteter Varianten pro WocheMehr Tests, nicht nur mehr Masse
WirkungKlickrate, Anfragen, Kosten pro Lead, Umsatz aus dem KanalGleich oder besser als vorher
KostenTool-Abos plus deine Zeit für PrüfungUnter dem Wert der gesparten Zeit

Wenn die Wirkung sinkt, während der Output steigt, produzierst du mit KI mehr Mittelmaß. Dann zurück zu Schritt 2: Briefing schärfen, weniger und besser veröffentlichen.

Die sechs häufigsten Fehler

  1. Ohne Briefing starten. Die KI rät dann Zielgruppe und Ton und landet beim kleinsten gemeinsamen Nenner.
  2. Zahlen nicht prüfen. Sprachmodelle erfinden überzeugende Statistiken, Zitate und Quellen. Jede Zahl an der Quelle prüfen.
  3. Masse statt Wirkung. Zehnmal so viele Posts bringen nicht zehnmal so viel Reichweite. Plattformen und Suchmaschinen belohnen Inhalte mit eigenem Mehrwert.
  4. Kundendaten unbedacht teilen. Kundenlisten oder E-Mails in ein Gratis-Tool kopieren, ohne AVV, ist ein Datenschutzproblem.
  5. KI-Personen als echte Kunden ausgeben. Irreführend nach UWG und seit August 2026 kennzeichnungspflichtig nach AI Act.
  6. Zu viele Tools auf einmal. Jedes Tool kostet Einarbeitung. Erst ein Ablauf, der funktioniert, dann der nächste.

Aus der Praxis: was wir bei i4u.business gelernt haben

i4u.business ist selbst ein KI-Marketing-Experiment. Die KI-News werden mit KI recherchiert und entworfen und vor der Veröffentlichung geprüft. Bilder entstehen mit Kling, kurze Comedy-Videos mit Kling und Arcads, gepostet wird über Upload-Post. Drei Lehren daraus:

Wie sichtbar ist dein Unternehmen in ChatGPT und Google?

Der KI-Sichtbarkeits-Check prüft deine Website in rund 45 Punkten: SEO, GEO, strukturierte Daten und ob KI-Assistenten dich nennen.

Website prüfen

Häufige Fragen

Was ist KI-Marketing einfach erklärt?

KI-Marketing bedeutet, künstliche Intelligenz für Marketing-Aufgaben einzusetzen: Texte, Bilder und Videos entwerfen, Daten auswerten, Anzeigen optimieren oder Kundenfragen per Chatbot beantworten. Der Mensch gibt Ziel, Kontext und Freigabe vor, die KI liefert Entwürfe und Auswertungen.

Welche KI ist die beste fürs Marketing?

Es gibt nicht die eine beste KI. Für Texte und Ideen reichen ChatGPT, Claude oder Gemini. Für einzelne Aufgaben gibt es Spezialisten, etwa Upload-Post zum Planen von Posts, Arcads für Werbevideos mit KI-Darstellern oder Julius AI für Datenauswertung. Entscheidend ist, welcher Engpass bei dir am meisten Zeit kostet.

Wie fange ich mit KI im Marketing an?

Mit einer einzigen wiederkehrenden Aufgabe, etwa Social-Media-Posts. Schreib ein einseitiges Marken-Briefing, nutze ein Tool, prüfe jeden Entwurf vor der Veröffentlichung und vergleiche nach vier Wochen Zeitaufwand und Wirkung mit vorher.

Muss ich KI-generierte Inhalte kennzeichnen?

Seit dem 2. August 2026 verlangt der EU AI Act eine Kennzeichnung von Deepfakes, also realistisch wirkenden KI-Bildern, -Videos oder -Audios, die fälschlich echt wirken könnten. Texte, die ein Mensch geprüft hat und verantwortet, müssen in der Regel nicht gekennzeichnet werden. Instagram und TikTok haben zusätzlich eigene Regeln für KI-Inhalte.

Ersetzt KI Marketing-Jobs?

KI ersetzt vor allem einzelne Aufgaben, nicht ganze Rollen: Entwürfe, Varianten, Zusammenfassungen. Wichtiger werden Positionierung, Kundenverständnis, Qualitätskontrolle und die Fähigkeit, KI-Abläufe zu steuern.

Was kostet KI-Marketing?

Der Einstieg ist günstig: Chat-Assistenten haben Gratis-Versionen, bezahlte Pläne liegen meist im niedrigen zweistelligen Euro- oder Dollarbereich pro Monat. Spezialtools kosten je nach Umfang mehr. Der größere Kostenfaktor ist deine Zeit für Briefing, Prüfung und Freigabe.

Ist KI-Marketing DSGVO-konform möglich?

Ja, wenn du personenbezogene Daten nur in Tools mit Auftragsverarbeitungsvertrag verarbeitest, eine Rechtsgrundlage hast und bei Anbietern außerhalb der EU auf den Datentransfer achtest. Für Ideen, Entwürfe und Recherche brauchst du meist gar keine personenbezogenen Daten.

Quellen

  1. Bitkom: Durchbruch bei Künstlicher Intelligenz (15.9.2025) – 36 % Nutzung, 57 % davon in Marketing und Kommunikation, n = 604
  2. Destatis: Jedes fünfte Unternehmen nutzt künstliche Intelligenz (25.11.2024) – 20 % Nutzung, Marketing und Vertrieb 33 %, Hemmnisse
  3. Eurostat via Brussels Times: One-fifth of EU businesses use AI (12.12.2025) – 20 % der EU-Unternehmen ab 10 Beschäftigten
  4. McKinsey: Gen AI’s broad reach – 42 % Nutzung in Marketing und Vertrieb, Umfrage Juli 2024, n = 1.491
  5. Gartner via Business Wire: 69 % of B2B buyers validate AI insights with reps (Mai 2026) – 45 % nutzten GenAI beim Kauf, n = 645
  6. artificialintelligenceact.eu: Practical guide to Article 50 – Kennzeichnungspflichten, Ausnahmen
  7. Baker McKenzie: New EU guidance on AI transparency – Anwendung ab 2.8.2026, Deepfake-Test
  8. Eigene Daten: TikTok-Auswertung i4u (3.11.2026) und KI-Sichtbarkeits-Check (6.11.2026)
Manfred Lugmayr

Manfred „Luigi“ Lugmayr – Gründer von I4U, seit den 90ern in Marketing und Digitalisierung, zuletzt sieben Jahre CMO. Ich nutze die beschriebenen Werkzeuge selbst für i4u.business und unsere Social-Media-Kanäle. Zahlen stammen aus den verlinkten Quellen.

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