Ratgeber für Startups & Scale-ups

Die erste Marketing-Einstellung: wen, wann und wie?

Kurz beantwortet

Die meisten B2B-Startups stellen die erste Marketing-Person zwischen später Seed-Phase und früher Series A ein – entscheidend ist aber nicht die Runde, sondern ob Zielkunde und Positionierung klar sind. Für die erste Rolle passt meist ein umsetzungsstarker Generalist. Ist die Strategie noch offen, legt ein Fractional CMO zuerst die Richtung fest.

Wann der richtige Zeitpunkt ist

  • Sie haben erste zahlende Kunden und wissen, warum sie gekauft haben.
  • Gründer verbringen mehr als einen Tag pro Woche mit Marketing-Aufgaben.
  • Es gibt mindestens einen Kanal, der schon funktioniert und ausgebaut werden soll.
  • Sie können der neuen Person ein klares Ziel geben (z. B. qualifizierte Gespräche pro Monat).

Fehlt der letzte Punkt, ist das ein Hinweis darauf, dass zuerst Strategie und Positionierung geklärt werden sollten – sonst rät die neue Person.

Welches Profil passt

ProfilStärkeRisiko
Generalist („T-shaped“)kann vieles selbst umsetzen, lernt schnellbraucht Richtung und Prioritäten
Kanal-Spezialisttief in einem Kanal, z. B. Paid oder Contentzu eng, wenn der Kanal noch nicht feststeht
Senior-LeitungStrategie, Führung, Investoren-Kommunikationoft zu weit weg von der Umsetzung, teuer, wenig zu führen

Ein häufiger Fehler ist, zu früh zu senior oder zu spezialisiert einzustellen. Wer in einem Team von null die Strategie verantworten und gleichzeitig alles selbst bauen soll, wird an einer der beiden Aufgaben scheitern.

Vertriebs- oder produktgetrieben?

Ihr Go-to-Market-Modell bestimmt die erste Rolle: Bei einem vertriebsgetriebenen Modell (Demo, Gespräch, Angebot) ist meist Demand Generation mit enger Abstimmung zum Vertrieb gefragt. Bei einem produktgetriebenen Modell (Testversion, Self-Service) eher Growth- und Content-Kompetenz.

Fractional CMO als Brücke

Eine bewährte Reihenfolge: Ein Fractional CMO klärt Positionierung, Zielkunde und Kanäle, schreibt das Rollenprofil und führt die erste Einstellung ein. Die neue Person startet so mit klaren Zielen statt mit einem leeren Blatt.

Häufige Fragen

Sollte die erste Marketing-Person ein Head of Marketing sein?

Meist nicht. Ein Titel wie Head of Marketing weckt Erwartungen an Führung, obwohl es noch kein Team gibt. Besser ist eine klare Umsetzungsrolle mit Entwicklungsperspektive.

Was sollte die erste Marketing-Person in 90 Tagen erreichen?

Einen dokumentierten Plan, ein sauberes Tracking und mindestens einen Kanal, der messbar qualifizierte Kontakte liefert – plus eine enge Abstimmung mit dem Vertrieb, was ein guter Lead ist.

Freelancer oder Festanstellung für den Anfang?

Freelancer sind gut für klar umrissene Aufgaben. Für das laufende Marketing-Fundament lohnt sich eine feste Person, die das Produkt und die Kunden wirklich kennenlernt.

Manfred „Luigi“ Lugmayr

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