Ratgeber für Startups & Scale-ups

Marketingbudget im Startup: Wie viel pro Phase?

Kurz beantwortet

Es gibt keinen einheitlichen Prozentsatz. Veröffentlichte Orientierungswerte reichen von rund 5–10 % des Umsatzes bei etablierten Unternehmen bis zu 15–25 % des wiederkehrenden Umsatzes bei wachstumsorientierten Startups. Belastbarer ist es, das Budget aus Ihren Zielen und den erlaubten Kosten pro Kunde (CAC) abzuleiten.

Orientierungswerte nach Phase

PhaseFokus des BudgetsOrientierung (laut Quellen)
Pre-Seed/SeedLernen: Kanaltests, Interviews, Trackingklein und experimentell, oft am Runway statt am Umsatz bemessen
Series Aeinen funktionierenden Kanal skalierenUS-Quellen: ca. 15–25 % des ARR
Scale-upmehrere Kanäle, Team, MarkeAnteil sinkt tendenziell mit dem Wachstum
Etablierter MittelstandPflege, Digitalisierung, neue Märktehäufig genannt: 5–10 % des Umsatzes

Die Werte stammen überwiegend aus Agentur- und Beratungsquellen und unterscheiden sich stark. Nutzen Sie sie nur als Plausibilitätscheck.

CAC=Marketing- + VertriebskostenAnzahl Neukunden
CAC-Payback=CACMonatsumsatz pro Kunde × Bruttomarge
Zwei Formeln, die das Budget bestimmen

Budget aus dem Ziel ableiten – Rechenbeispiel

  1. Ziel: 20 Neukunden im Quartal.
  2. Abschlussquote: 1 von 4 qualifizierten Gesprächen wird Kunde → 80 Gespräche.
  3. Lead → Gespräch: 1 von 5 Leads → 400 Leads.
  4. Kosten pro Lead (Test): z. B. 50 € → 20.000 € Medienbudget im Quartal.
  5. Prüfung: CAC = 20.000 € / 20 = 1.000 € Medienkosten pro Kunde – plus Personal- und Toolkosten. Passt das zur Marge und zum Kundenwert?

Alle Zahlen im Beispiel sind Annahmen. Ersetzen Sie sie nach den ersten Tests durch Ihre echten Werte.

Drei Szenarien statt einer Zahl

Planen Sie konservativ, realistisch und optimistisch – mit unterschiedlichen Annahmen für Kosten pro Lead und Abschlussquote. So sehen Sie früh, ab welchem Punkt sich ein Kanal nicht mehr rechnet, und können Budget gezielt verschieben.

Häufige Fragen

Was gehört alles ins Marketingbudget?

Medienkosten (Anzeigen), Tools, Agenturen und Freelancer, Inhalte, Events – und je nach Rechnung auch Personalkosten des Marketing-Teams. Für den CAC sollten Sie beide Sichten kennen: nur Medien und voll.

Was ist ein guter CAC-Payback?

Im B2B-SaaS wird oft ein Payback von unter 12–18 Monaten als gesund genannt. Entscheidend ist, was Ihre Finanzierung und Ihr Cashflow tragen.

Sollte man in schwierigen Zeiten Marketingbudget kürzen?

Kürzen Sie zuerst, was nachweislich nicht wirkt – nicht pauschal. Kanäle mit gutem CAC zu stoppen, verschiebt Probleme nur in die Zukunft.

Manfred „Luigi“ Lugmayr

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